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» EU-Marktmissbrauchsverordnung (MAR) «

Seit dem 3. Juli 2016 sind weitgehende Änderungen der europäischen Marktmissbrauchsverordnung (EU 596/2014) in Kraft getreten.  Wir haben die wichtigsten Informationen für Sie zusammengefasst und stellen dar, wie unsere intuitive Lösung IR COCKPIT Sie bei der verordnungskonformen Verbreitung Ihrer Unternehmensmeldungen unterstützt.

» Seit wann gilt die MAR? «

Seit 3. Juli 2016 in allen EU-Mitgliedstaaten. Für OTFs ab Inkrafttreten von MiFID II (geplant am 3. Januar 2018). 

» Was ist das Ziel der MAR? «

Es soll ein gemeinsames Transparenz- und Anlegerschutzniveau der Kapitalmärkte aller Mitgliedsstaaten der Europäischen Union geschaffen werden.

» Für wen gilt die MAR? «

Neben den Emittenten in geregelten Märkten (z.B. Prime Standard und General Standard in Frankfurt, Prime Market und Standard Market in Wien) betreffen die Transparenzpflichten EU-weit erstmals Emittenten auf von Marktbetreibern und Wertpapierfirmen betriebenen, automatischen multilateralen Handelssystemen (MTFs) und  organisierten Handelssystemen (OTFs). 

Hierzu zählen u.a. alle deutschen Freiverkehrssegmente inklusive der Qualitätssegmente wie Entry Standard und m:access sowie der dritte Markt in Wien. Neben Aktien fallen weitere Finanzinstrumente wie Anleihen, Optionen, ETFs, CFDs, Kreditausfall-Swaps und Termingeschäfte in den Anwendungsbereich.

Was hat sich geändert?

» Verschärfungen der Publizitätspflichten «

Insiderinformationen (insb. Art. 17 MAR)
Erstmals greift die Publizitätspflicht der Insiderinformationen nicht nur für zum Handel an geregelten Märkten zugelassene Unternehmen, sondern für alle unter MAR fallenden Finanzinstrumente. Emittenten müssen seit dem 3. Juli 2016 Pflichtmitteilungen europaweit verbreiten, welche zudem für einen Zeitraum von 5 Jahren auf der Website des jeweiligen Emittenten zur Verfügung gestellt werden müssen. Außerdem muss die Information an die nationale Aufsichtsbehörde (z.B. BaFin in D oder FMA in AT), u.U. an den Handelsplatzbetreiber und zur Veröffentlichung an das nationale Speichermedium (z.B. Unternehmensregister in D oder OeKB in AT) übermittelt werden.

Eigengeschäfte von Führungspersonen (insb. Art. 19 MAR)
Hier sind Freiverkehrswerte nun ebenfalls betroffen. Es gilt zusätzlich eine verkürzte Mitteilungsfrist von drei Geschäftstagen; die Mitteilungspflicht umfasst nun auch den Handel mit Derivaten und Schuldtiteln sowie weitere Vorfälle. Zudem müssen Emittenten nun ein Verzeichnis mit allen Eigengeschäfte von Führungspersonen führen.

» Führung von Insiderverzeichnissen «

Emittenten und alle in ihrem Auftrag handelnden Personen (z.B. Rechts-anwaltskanzleien) werden verpflichtet sein, Insiderlisten zu führen. Auf der Liste sind alle Personen aufzunehmen, die zeitweise oder dauerhaft Zugang zu Insiderinformationen haben. Die Listen sind fortlaufend zu aktualisieren und die Insider müssen über ihre Pflichten aufgeklärt werden.

Hier geht’s zum INSIDER MANAGER der EQS Group..

weiter zu Sanktionen 4

» Sanktionen «

Neben den neuen Pflichten müssen Sie sich auch auf eine drastische Verschärfung von Sanktionen und Geldbußen einstellen. Beispielsweise ist nun nicht mehr nur eine erfolgte Marktmanipulation ein strafbarer Tatbestand, sondern bereits ebenfalls der Versuch einer solchen Marktmanipulation. Auch die Sanktionierung im Falle eines Verstoßes gegen Publizitätspflichten und Insiderrecht wurde erheblich verschärft. 

Darüber hinaus wird mit der „Naming and Shaming“-Praxis ein weiterer abschreckender Effekt geschaffen: Auf den Websiten der jeweiligen Landesbehörden (z.B. BaFin) werden künftig alle erfolgten Sanktionierungen unter Nennung des Tatbestandes inklusive der Identität der betroffenen Personen für fünf Jahre öffentlich zugänglich gemacht. Die Sanktionierung wird parallel zur Anwendbarkeit der MAR mittels einer gesonderten EU-Direktive in jeweiliges Mitgliedsstaatenrecht integriert.

Verstöße gegen…
Marktmanipulationsrecht und Insiderverbote
Strafe für natürliche Personen
Bis zu 5 Mio. €
Strafe für juristische Personen
Bis zu 15 Mio. € bzw. 15 % des Konzernumsatzes
Verstöße gegen…
Ad-hoc-Publizität
Strafe für natürliche Personen
Bis zu 1 Mio. €
Strafe für juristische Personen
Bis zu 2,5 Mio. € bzw. 2 % des Konzernumsatzes
Verstöße gegen…
Pflichten zu Insiderlisten, Director’s Dealings, Handelsverbote für Führungskräfte
Strafe für natürliche Personen
Bis zu 0,5 Mio. €
Strafe für juristische Personen
Bis zu 1 Mio. €